Lyrik


"Lyrik ist Sprache in die Seele gemalt..."

Elmar Kupke


 

 

Wenn ich ein Chamäleon wär

 

 

 

Wenn ich ein Chamäleon wär

In allen Farben bunt

Würd ich immer jemand anderes sein

Und egal ob blau, grün oder mit rotem Punkt

Wär ich immer noch ich und ließ Dich nicht im Stich

 

Hab ich mal eine andere Farbe

Wunder Dich nicht

Das bin immer noch ich, nur mit besonderer Gabe

Siehst Du mich mal nicht

Kein Grund zum Verzweifeln

Ich bin immer da, doch nicht zum Greifen nah

 

 Wenn Du nun nicht weißt, was ich meine

So schreibe ich es Dir in Eile

Die eigentlichen Farben sind wir alle hier

Jeder Mensch – jedes Tier

 

 

Linnéa Wente – 7a

 


 Wenn ich ein Bäumlein wär

 

Wenn ich ein Bäumlein wär,

Wär ich gewachsen aus der Erde,

Neben anderen wie mir,

Aus einem Samenkorn zu meiner Pracht,

All das hätt die Natur verbracht.

 

 

Wie meine Knospen sprießen im Frühling,

Wie meine Krone weiter grünt im Sommer,

Wie meine Blätter erröten im Herbst,

Wie kahl ich wieder wär im Winter,

Alles würd ich fühlen.

 

Ich würd den Regen trinken,

Die Sonne würde ich schlucken,

Ich würd den Frost lang zittern,

Die Trockenheit über würde ich dursten,

Glücklich würd ich sein.

 

Atmen würde ich die Schadstoffe,

Die die Menschen machen,

Auspusten würde ich gute Luft,

Die die Menschen brauchen,

Nützlich würd ich sein.

 

Sehen würde ich die Rabin,

Die der Amsel ihr Ei ins Nestchen legt,

Auffangen würde ich die jungen Vögel,

Bei ihren ersten Versuchen zu fliegen,

Ein Zuhause würd ich sein.

 

Das Kitzeln, das würd ich spüren,

Von den Eichhörnchen, die auf meinen Ästen tollen,

Erschrecken würde ich mich,

Vor den Schneebällen der kleinen Kinder,

Geliebt würd ich sein.

 

Tragen würde ich das Baumhaus der Freunde,

Die darin Ritter und Burgfräulein spielen,

Miterleben würde ich den ersten Kuss,

Den die beiden erleben, wenn sie größer sind,

Familie würd ich sein.

 

Ängstlich höre ich die Säge,

Die ich halte in meiner Hand,

Stehend vor dem großen Baum,

In Gedanken schon bei dem hölzernen Bettgestell,

Überzogen von Saum.

 

Anna Brauns


 

Um Frieden zu finden und glücklich zu sein

 

 

Mutter, was ist Frieden ?
Das kann der Sturm dir sagen.
Wenn er tobt und keine Sonne scheint,
eine Füchsin am Bach sitzt und um ihren Welpen weint,
sieht niemand die Amsel im Busche sitzen,
ruhig ihre Kleinen füttern zwischen den Trieben,
das, sage ich dir, ist Frieden.

Mutter, was ist Glück ?
Das kann der Regen dir sagen.
Denn wenn es regnet, in Strömen,
die Sonne so fern,
du Angst um sie hast, du magst sie doch gern.
Auf einmal ein Regenbogen am Himmel strahlt,
mit seinen Farben prahlt,
weißt du die Sonne ist noch immer da, wenn auch nur ein Stück,
das, sage ich dir, ist Glück.

Nun Kind, sag was hast du davon gelernt ?
Der Frienden und das Glück sind nicht weit entfernt,
man braucht nicht nach den Sternen zu greifen,
man kann sie auch so erreichen.
Man braucht kein Eis, kein Sonnenschein
Um Frieden zu finden und glücklich zu sein.

 

 

Hannah Schimpeler / Klasse 7a

 


 

Vergiss mein nicht

 

 

Dort sitzt sie

 

Ihre Augen sprühen vor Fantasie
Als sie leise
In wundervoller Weise
Sacht
In die Nacht lacht

Ihre zarte Hand greift nach dem unsichtbaren Band
Zwischen uns

Ich bin süchtig nach ihren Geschichten
Die von alten Zeiten berichten
Sie ziehen uns ganz weit fort
An einem fernen Ort

Nur im Traum
Doch ich wage es kaum
Zu hören was sie spricht
„Vergiss mein nicht“

Ich lege ihr eine Rose
in das bewegungslose
Schon ergraute Haar

Im Morgenrot
Nehme ich den Geruch von Tod wahr
Und mir wird klar
Sie erinnert sich nicht
An Mich

 

 

 

Ida Molkenthin

 


 

 

Titellos

 

 

 

Dunkelgelber Sonnenstrahl, Glas aus Gold, tief wie

 

Ein Spiegelbild, perlen und Glanz und Glitzertänzer

 

Auf seiner Haut,

 

Seinem Finger,

 

Voller Blut,

 

Eine Träne.

 

Gleitend schön, schneidend scharfe Reflexionen

 

In den Rillen; dem Muster, dass das

 

Leben mit spitzer Feder auf seine Fingerkuppe zeichnet.

 

Hinter dem Gartenzaun; hoch und hölzern und

 

Gefühlsleer die Sinnflut; kauernd, in seinen

 

Händen ein weißes Leinen, rot von all dem Leid,

 

Gold im Sonnenlicht,

 

Schwarz von der Erde,

 

Verdreckt von Kritzeleien,

 

Die die Welt bedeuteten;

 

Die Welt, die vergangene,

 

Und eine Träne

 

Wie Gold

 

In seinen Händen.

 

 

 

Sarah Aust

 


 

Doppelkopf

 

 

 

Ich bin wir

 

Sind wer war

 

Ich

 

Oder wir

 

Bevor ich

 

Uns oder

 

Mich

 

Hierher brachte?

 

 

 

Du sagst uns

 

Ich sei immer noch

 

Ich

 

Aber wer

 

Bist oder

 

Wer sind

 

Du

 

Für dich?

 

 

 

Wir sind oft

 

Zusammen du und

 

Ich

 

Aber wann

 

Wir oder

 

Wie viele wenn

 

Du und ich

 

Viele sind?

 

 

 

 

Johanna Zander

 


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